31
Okt

Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld

categories Geocoins & Travel Bugs    

Seit geraumer Zeit sammle ich Geocoins. Na ja, eigentlich habe ich bis vor kurzem eher Coins gekauft, da mir entsprechende Kontakte zum z.B. Tauschen fehlten. Erst seit wenigen Monaten habe ich diese Kontakte und begonnen ab und an zu tauschen oder Coins bei eBay zu veräußern, um mir mit dem Erlös auch mal ein paar teurere, seltenere Stücke zu leisten. Allerdings immer im Rahmen einer selbst bestimmten Obergrenze. Die bislang teuerste Coin hat mich inklusive Versand 36,60€ gekostet und das ist schon verdammt viel Geld! Die besten Stücke meiner bescheidenen Sammlung habe ich eingetauscht oder sie wurden mir von lieben Freunden geschenkt.

Seit Wochen kann man bei eBay einen gewissen Trend zum Wahnsinn erleben, die Preise steigen oder besser die Bereitschaft der Bieter immer höhere Preise für Geocoins zu bezahlen ist enorm in die Höhe gegangen. Dieser Trend geht so weit, dass ich nicht mehr bereit bin das mit zu machen.

Nun ist es so, dass die Verkäufer eigentlich oftmals die selben sind, manch einer kauft gar in großem Maßstab Coins auf um sie dann teilweise für mehr als dem 10-fachem Einkaufspreis (von Wert kann man da kaum noch reden) weiter zu verkaufen. Das nennt sich dann “Sammlungsverkleinerung” und /oder Privatverkauf. Da kann sich ja jeder sein eigenes Bild machen…

Kurz um, Geocoins sind zu einem Spekulationsobjekt geworden. Und leider trifft die Gier der Verkäufer hier auf die Gier der Käufer und so schaukeln sich die Preise munter in unfassbare Höhen.

Aus den Beschreibungen einzelner Auktionen ist herauszulesen, dass es sich bei den Verkäufern noch nicht mal um Sammler oder zumindest Kundige in Sachen Geocoins handelt, denn die Angaben zu Editionen und Auflagen sind öfter falsch. Die wollen einfach nur das schnelle Geld mit uns Sammlern machen.

Einige der deutschsprachigen eBay-Seller tummeln sich auch in den sozialen Netzwerken und gaukeln einem vor, sie wären echte Sammler und täuschen bewusst andere, sagen wir mal, nicht so kundige Geocoinfreunde. Das alleine ist ja schon schlimm genug, aber darüber hinaus agiert manch einer bei eBay mit mehr als nur einem Account und kann so die Preise künstlich pushen, was dann schon an Betrug grenzt.

Ich möchte nicht verhehlen, dass auch ich schon von den hohen Auktionserlösen bei eBay profitiert habe, nur habe ich selten mehr als zwei Geocoins der selben Edition angeboten und wie schon erwähnt, finanziere ich damit einen kleinen Teil meine Sammelleidenschaft. Mein Name bei eBay ist übrigens der selbe, wie beim Geocaching.

Welche Blüten diese Gier nach Gewinn treiben kann, konnte man am Sonntag mal wieder erleben, als Louis Cifers 2. Edition der Terrain 666er Geocoin bei Claudia (mygeocoin.de) in den Shop kam und viele echte Sammler, auch ich, durch den Ansturm bedingte Serverausfälle leer ausgingen. Die Fortsetzung dieses Trauerspiels können nun alle demnächst bei eBay erleben, wenn viele dieser Coins dort auftauchen werden. Eine steht schon zum Verkauf, beim Schreiben dieses Artikels stand das Höchstgebot bei 30,50€.

Innerhalb der Coiner-Community gibt es nun eine tolle Solidarität zu erleben, denn einiger derer, die beim Bestellen Glück hatten und mehr als eine der Terrain 666er-Geocoins ergattern konnten, werfen diese nun in einen großen Topf, aus dem die bedacht werden, die weniger Glück hatten. Zum Einkaufspreis! (Ihr braucht gar nicht erst zu fragen, mehr Infos wird es dazu nicht geben. Sorry)

Ich bin nicht so naiv zu glauben, die Situation würde sich in naher Zukunft bessern, aber diese kleinen Lichtblicke sind es, die einem Hoffnung geben.

Und nein, es ist nicht nur Blech! ;-)

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Kommentare

10 Kommentare zu “Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld”

  1. Gravatar of Zwischenmahlzeit Zwischenmahlzeit am 31.10.2012 um 16:20 Uhr 

    Ein absolut lesenswerter und nachdenklich machender Artikel, auf den ich eben durch einen Kommentar von Rumburak67 zu unserem Blogbeitrag zu diesem Thema aufmerksam gemacht wurde.

    Meiner Meinung nach lassen sich die Worte Louis Cifers zu seiner Terrain 666 Coin auch auf diese Form des angesprochenen Psoido-Sammelns übertragen: “Der Slogan “T5 war gestern – TERRAIN 666 ist heute” kann aber auch den Wahnsinn in der T5 Szene beschreiben, dass immer alles höher, weiter, tiefer, schneller und extremer werden muss.”

    Herzlichen Dank für diesen toll geschriebenen Denkanstoß, auch im Bezug auf den positiven Teil,
    Martin alias Zwischenmahlzeit

  2. Gravatar of FerrariGirlNr1 FerrariGirlNr1 am 31.10.2012 um 16:33 Uhr 

    Das Schauspiel, was sich am Sonntag zum “Publish” der 2. Auflage der T666 Coin abgespielt hat, habe ich bislang auch noch nicht erlebt. Ich beobachte den Coinverkauf auf ebay nicht, deshalb fand ich diesen Artikel sehr aufschlussreich.
    Mit Coins ist es nunmal nichts anderes, als mit allen anderen Dingen: Wieso sollte ein Verkäufer den Preis herabsetzen, wenn es Käufer gibt, die den hohen Preis gerne zahlen? Wie du es schon schriebst: Vom “Erlös” leistest du dir andere tolle Coins und jemand anderes freut sich, eine seltene Coin ergattert zu haben, die es so nicht mehr zu kaufen gibt. Angebot und Nachfrage gilt eben auch bei Coins, die Aggressivität derer, die die T666 Coin nicht erhalten haben, kann ich dennoch nicht nachvollziehen :shock: :sad:

    Ich habe auch keine abbekommen und erfreue mich nun einfach daran, 20 EUR gespart zu haben und immerhin die 1. Edition zu besitzen ;-)

  3. Gravatar of ernie ernie am 31.10.2012 um 16:50 Uhr 

    das ganze hängt auch stark zusammen mit den limitierungen der coins. eigentlich müssten s&b (und natürlich alle anderen hersteller) die auflage erhöhen, damit alle besser zum zug kämen und die coins nicht anderntags fürs x-fache in die elektrobucht einlaufen.

    nur … dann hätten die sammler wiederum das gefühl, sie hätten nichts exklusives. und wären folglich nicht mehr so scharf auf die münzen. und die hersteller bleiben ggf. sogar drauf sitzen.

    schwierig abzuschätzen, wo die richtige balance liegt. ich bin immer noch auf der suche nach der perfekten auflagezahl …

    gruß an alle lesenden,
    ernie.
    :evil: :twisted:
    (ich habe leider keine der 666er ergattern können. die frage, die ich mir stelle: wie unbedingt brauch ich sie überhaupt …?)

  4. Gravatar of Multiplikator: Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld « Caches & Coins Multiplikator: Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld « Caches & Coins am 31.10.2012 um 17:05 Uhr 

    [...] Ein Text mit sehr viel Wahrheit! [...]

  5. Gravatar of a.pipkin a.pipkin am 31.10.2012 um 17:39 Uhr 

    Die im Beitrag beschriebene Entwicklung ist IMHO nicht weiter schlimm. Niemand wird gezwungen für irgendwelche Sammelobjekte viel Geld zu bezahlen, es geschieht alles auf freiwilliger Basis. Viel bedenklicher finde ich die Folgen der Entwicklung. Wegen der hohen Preise und der knappheit der limitierten Auflagen bedienen sich einige Sammler in der “freien Wildbahn”, genau dort wo diese Coins/TBs hingehören! Die Coins, genau wie die TBs sind REISENDE, die vom Cache zu Cache reisen sollen. Es spricht nichts dagegen, mal etwas extrawagantes, persönliches oder geschenktes zu behalten und als Kilometerzähler zu nutzen und bei Events zu zeigen. Aber die Dinger Sammeln? Zweckentfremdung. Btw… hab sieben TBs (davon eins am Auto) und ein Coin. alle TBs noch unterwegs, mein Coin (pecodu silber) verschwunden. Statt zu reisen gammelt das Ding in einer Sammelbox bei einem “Sammler”.

  6. Gravatar of Stefan Stefan am 31.10.2012 um 17:48 Uhr 

    Keine echter Sammler würde eine reisende Coin behalten (Ausnahme: es ist gewollt, wie bei Moun10bike)

  7. Gravatar of Lillith1968 Lillith1968 am 31.10.2012 um 18:02 Uhr 

    Sehr schön geschrieben …
    Danke

  8. Gravatar of Multiplikator: Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld | BueTriDo's GC-Blog Multiplikator: Vom Jagen und Sammeln und der Gier nach Geld | BueTriDo's GC-Blog am 01.11.2012 um 13:47 Uhr 

    [...] Hier geht es zum Original-Blog, der, unserer Überzeugung nach, sehr lesens- und bemerkenswert ist. [...]

  9. Gravatar of schmitty schmitty am 05.11.2012 um 16:09 Uhr 

    Mhh, das war schon 2008 ein Problem, als es noch keine “kommerziellen” Coinauflagen gab.

    Damals haben die “Liebhaber” ihre Coins selbst (vor)finanziert und auch verschenkt, zB Moun10Bike

    Dann gab es die ersten, die versucht haben, ihre Auflage vorab selbst zu verkaufen und einen Gewinn haben wollten, bevor aber überhaupt eine Münze hergestellt war. Das waren damals Newbies, heute einer der größten Händler von geocoins.

    Also, warum dürfen andere nicht daran verdienen?

  10. Gravatar of Stolze Preise für mickriges Blech | Geocaching, oder die Suche nach der Tupperdose Stolze Preise für mickriges Blech | Geocaching, oder die Suche nach der Tupperdose am 05.02.2013 um 14:41 Uhr 

    [...] muss man sogar noch etwas tiefer in die Tasche greifen. Irgendwie nicht verwunderlich, dass manch einer angesichts dieser Preise die Schnauze voll hat. Je seltener eine Coin, desto teurer auch der [...]

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