12
Mai

Top of Germany – Die Jubiläumstour

categories Geocaching, On Tour    

Am 5. Mai vor vier Jahren habe ich meinen ersten Cache gefunden. Das war für mich Grund genug eine kleine Jubiläumstour zu planen.

Da meine Statistik keinerlei Runde Zahlen in Aussicht stellte, musste also ein schöner oder gar einzigartiger Ort als Ziel gefunden werden. Was lag da näher Deutschlands höchstem Berg einen Besuch abzustatten? So wurde die Zugspitze im bayrischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen ausgewählt, liegt doch dort oben auch der höchstgelegene Earthcache des Landes und als Krönung noch zwei Kletterdosen.

Natürlich wollte ich nicht nur einfach so an die Zugspitze fahren, lagen doch zwischen Baden-Württemberg und er üblichen Strecke Stuttgart-München-Salzburg noch acht unbecachte Landkreise, die dringend etwas Farbe bekommen mussten. Im Einzelnen waren das Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Ostallgäu, Kempten, Kaufbeuren, Weilheim-Schongau, Starnberg und Landsberg am Lech.

Ein Blick auf GoogleMaps offenbarte, dass ich auf meinem Weg zu Zugspitze sowieso an Kempten vorbei und durch das Ostallgäu fahren würde, so mussten nur noch passende Dosen gefunden werden.

Da ich auf solchen Touren mit Vorliebe Earthcaches mache, ging ich auf die Suche nach eben diesen, die wenn möglich günstig am Weg lagen. Kempten fiel dabei gleich mal durch den Rost, dort fand ich nicht einen Earthcache, also musste ein Ersatz her, der möglichst abseits versteckt und so muggelfrei zu loggen ist. An diesem Cache konnte ich dann gleich sehen, wie sich Planung und Realität gegenseitig in den Allerwertesten treten.

Abseits gelegen war der Cache schon, nur entpuppte sich der Weg, der am Cache vorbeiführt, als offensichtlich hochfrequentierte Gassigehstrecke der Kemptener Hundebesitzer. So dauerte das Warten auf den Zugriff geschlagene 10 Minuten und beim Verstecken waren es nicht weniger…
…aber was soll’s, Kempten war nun eingefärbt und die Fahrt ging weiter in Richtung Füssen.

Unterwegs war noch ein Earthcache geplant, dessen Zufahrt sich aber als gesperrten, nur landwirtschaftlichen Verkehr vorbehaltenem Weg entpuppte und für 2km Fußmarsch ließ meine Planung keinen Spielraum. Leichte Panik kam auf, musste doch nun eine spontane Ersatzdose her. Eine Umkreissuche ergab, einer dieser Qualitäts-COVO-LOCO-Dosen lag am Nächsten. Der Witz an der Sache war am Ende, diesen Landkreis (Oberallgäu) hatte ich schon und den Earthcache hatte ich nur eingeplant, weil er günstig am Weg zu liegen schien. Viel Wind um nichts…

Earthcache meiner Wahl in Füssen war jener am Lechfall (GC206D0) und dank glücklicher Fügung oder dem intelligentesten Navigationssystem auf Erden (NEIN) fand ich den wohl besten Parkplatz aller Zeiten. Der Lechfall ist schon sehr imposant, auch wenn sich momentan wenig Wasser die Stufen hinab stürzt. Die Gesichtsausdrücke der vorbeikommenden Muggel während meiner Fotosession und der Antwortfindung waren mal wieder unbezahlbar. Scheinbar dachten einige ich wolle mich von der Brücke in den Fall springen?

Direkt an der Brücke befindet sich noch ein netter kleiner Tradi, der wurde natürlich auch noch geloggt.

Nach Füssen ging die Fahrt dann direkt weiter zum Eibsee, von dort wollte ich mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze fahren.

Als mit der Zugspitze das Hauptziel meiner Tour fest stand, musste ich abklären, wie ich überhaupt auf den Berg kommen würde. Also ab ins Internet und recherchiert. Ich meine, ich wollte ja nicht zum ersten Mal auf die Zugspitze, ich war schon unzählige Male dort oben, aber speziell die Zahnradbahn fährt ja nur ein Mal pro Stunde und so musste die Ankunftszeit schon ungefähr im Auge behalten werden.

Die Recherche ergab, das die beiden schnelleren Möglichkeiten zum Münchner Haus (unterhalb des Gipfels) zu kommen, nämlich die beiden langen Seilbahnen (von der Deutschen und von der Österreichischen Seite), ausgerechnet zum Zeitpunkt meiner Tour eine mehrwöchige Revision durchlaufen und mir so als einzige Option nur die Zahnradbahn blieb.

Also ich spät an diesem Vormittag endlich am Eibsee Parkplatz ankam, stand die Bahn schon abfahrbereit am Bahnhof und ich machte mich schon mal auf eine einstündige Wartezeit gefasst. Nach Schuhwechsel, das Klettergeraffel geschultert, die Kamera geschnappt und auf zum Kartenhäuschen. Die Zahnradbahn stand noch immer da und die nette Dame vom Kartenverkauf sagte, in 10 Minuten wäre Abfahrt. Gutes Timing!

Gerade als ich einsteigen wollte, bemerkte ich das Fehlen meines Colorados. Heiliger Strohsack! So ein Mist! Sollte ich jetzt wegen des Garmin den Zug verpassen? Wilde Gedanken schossen mir durch den Kopf… Dosen mit dem iPhone suchen? Nur den Earthcache machen? Reicht es mit den 20kg auf dem Rücken rechtzeitig zum Parkplatz und zurück?

Na ja, es hat gereicht, denn aus den 10 Minuten wurden dann locker 15 und ich saß schon längst entspannt im Zug, als er endlich zur Bergfahrt anfuhr.

Fährt man mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze, dann ist der Weg zum Gipfelhaus in zwei Etappen unterteilt. Die Bahn fährt nur bis zum Zugspitzplatt, die restlichen Höhenmeter übernimmt dann eine Seilbahn, die je nach Bedarf (genügend Passagiere) zur Gipfelstation fährt.

Tritt man oben das erste Mal auf die Aussichtsplattform ist das immer atemberaubend. An diesem Donnerstag passte einfach alles, kein Wind, herrliches Sonnenwetter, nicht eine Wolke am Himmel und eine grandiose Fernsicht. Für eine Zeit lang vergisst man alles um sich herum, lässt den Blick über die fernen Gipfel schweifen, bestaunt die intensive Färbung des Eibsees, verfolgt den Flug der Dohlen.

Dann folgte die Ernüchterung, die beiden geplanten Kletterdosen konnten nicht gemacht werden, denn die Klettersteige waren wegen zu viel Schnee noch gesperrt. So blieb nur noch eines zu tun, die Antworten für den Earthcache finden und ein Logbild zu machen.

Weitere Bilder folgten, meine Twittertimeline wurden auch noch mit Bildmaterial versorgt und im Restaurant warteten noch gratis Kaffee und Kuchen auf mich. Nach einer leckeren Latte Macchiato und einem frisch aufgetauten Stück Apfelkuchen wollte ich wieder ins Tal hinunter, schliesslich blieb hier nichts mehr zu tun und es warteten noch fünf Landkreise auf mich.

Die Seilbahn zum Platt fuhr bald, aber bis zur Abfahrt der Zahnradbahn hatte ich noch 45 Minuten. Die Zeit vertrieb ich mir draussen im Schnee und sonnte mich auf einer Bank abseits des Touristentrubels.

Das nächste Etappenziel war ein Tradi im Landkreis Bad Tölz, ein Tradi deshalb, weil ich keinen passenden Earthcache auf der geplanten Route finden konnte. Der Tradi lag in der Nähe einer kleinen Kirche und war recht flott gefunden.

Es folgten noch weiter Tradi, die mich vorbei am Starnberger See bis in den Landkreis Landsberg am Lech führten, wo noch ein Earthcache auf mich wartete. Wegen ungenügender Vorbereitung, mir fehlte ein Massband oder Meterstab, musste ich Länge und Breite eines Steins schätzen. Da mir das aber zu unsicher war und ich nicht wusste ob das für eine Logfreigabe ausreichen würde, habe ich zur Sicherheit auch in diesem Landkreis einen zusätzlichen Tradi gesucht und gefunden. Auf meiner späteren Heimfahrt flatterte die Logfreigabe aber dennoch in mein Postfach.

Der letzte Landkreis des Tages war dann Kaufbeuren, auch hier gibt es keinen Earthcache und so schloss ich meine Tour mit einem Traditional Cache ab.

Das Fazit meiner Tour fällt zwiespältig aus. Wären die zwei Dosen auf der Zugspitze machbar gewesen, wäre ich zu 100% zufrieden, so bleibt trotz der acht neuen Landkreise, zwei tollen Earthcaches und einen ansonsten traumhaften Tag ein kleiner Makel.

Muss ich eben noch mal auf die Zugspitze…

Informationen zur Zugspitze, Webcams und wie man hinauf kommt, findet ihr unter www.zugspitze.de

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Kommentare

6 Kommentare zu “Top of Germany – Die Jubiläumstour”

  1. Gravatar of Louis Cifer Louis Cifer am 12.05.2011 um 13:45 Uhr 

    Gefällt mir :grin:

  2. Gravatar of -jha- -jha- am 12.05.2011 um 14:06 Uhr 

    Schade, dass immer mehr Cacheerlebnisse nicht mehr in den Logs landen, sonderen in separaten Blogs.

    Aber immerhin schon ein wenig Text in jedem Log zur Einleitung:
    “05.05.2011 – 4 Jahre Geocaching – Top of Germany Tour

    Auf meiner heutigen Jubiläums Tour standen diverse Landkreise in Bayern und ein Besuch auf der Zugspitze an.
    Am Ende des Tages hatte ich dann acht neue Landkreise eingefärbt und meinen bis dato höchstgelegenen Cache loggen.
    Einziger Wermutstropfen, die beiden Tradis auf der Zugspitze konnte ich nicht angehen, weil die Klettersteige noch wegen zu viel Schnee gesperrt waren. Schade, muss ich im Sommer noch mal kommen…
    Insgesamt war es aber eine geile Tour, bei bestem Sonnenwetter und mit 435PS unterm Hintern. “

  3. Gravatar of Stefan Stefan am 12.05.2011 um 14:39 Uhr 

    Lieber -jha-, ob nun der Falsche oder der Richtige, wenn du dir etwas mehr Mühe gemacht hättest, dann hättest du gesehen, das ich bei den lohnenswerten Caches durchaus einen längeren, individuellen Text dazu geschrieben habe. Wo das nicht der Fall ist, war der Cache schlicht und einfach Duzendware! ;-)

  4. Gravatar of Claudia Claudia am 12.05.2011 um 14:54 Uhr 

    Stefan, lass ihn. Er gibt überall seinen Senf dazu und stänkert rum.
    Das ist bei dem Voll**** normal.
    Beschweren kann er sich sehr gut aber besser macht er es auch nicht in seinen logs…

  5. Gravatar of Maacher Maacher am 12.05.2011 um 16:11 Uhr 

    Schnee auf der Zugspitze … willkommen im Club, ging mir da vor wenigen Monaten genau so. Ok, es war da auch noch Winter :-) Schade, daß es nicht geklappt hat … Immerhin, auch für mich gilt nun: Ich komme irgendwann wieder :-)

  6. Gravatar of Annett Annett am 13.05.2011 um 09:20 Uhr 

    Liest sich ja klasse, auf der Zugspitze war ich noch nie, ist halt von Hamburg nicht um die Ecke. Die Bilder sind toll und vermitteln einen Eindruck, wie super die Sicht war :smile:

    Liebe Grüße aus dem wilden Hamburger Westen

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