22
Nov

Vier Schwaben auf musikalischer Kreuzfahrt

categories Events, Geocaching, On Tour    

Der Schwabe im Allgemeinen reist sehr gerne, schließlich will er sein Leben lang nicht nur Schwarzwaldhäuser sehen (Groundspeak möge mir meine kleine Anspielung auf das Baden-Württemberg Souvenir verzeihen…), sondern die große weite Welt kennenlernen und ferne Länder, also alles ausserhalb Baden-Württembergs, mit seinem unverwechselbaren Dialekt bereichern. ;)

Da der Schwabe aber nicht gerne alleine unterwegs ist, nimmt er Freunde mit auf Tour. Weil Bremen nun schon sehr weit von dahoim weg isch, hab ich gleich drei Freunde mitgenommen. Zusammen mit Beate (buzeles), Sabine und Jochen (Die_4_Schwoba) habe ich mich also aufgemacht, die saumäßig weit entfernte Hansestadt Bremen zu besuchen.

Nun gibt es für Schwaben ja allerhand Gründe nach Bremen zu fahren. Zu allererst hen die do au an Neckar, der heißt nur nicht so, die nennen das dort oben ‘Weser’ und weil der Neckar viel schöner ist und das sonst keine große Attraktion wäre, isch do ‘sWasser von dem Neckarimitat all furzlang fort, ond kommt no irgendwann wieder. Spaßiges Völkchen, die Bremer.

Zum Zweiten sprechen die da oben Hochdeutsch, eine Eigenschaft, die uns Schwaben bekanntermaßen völlig ab geht und so war das für uns gleichzeitig auch noch eine Bildungreise. Konfrontiert mit derlei Sprachbegabung, läuft der Schwabe zu wahren Höchstleistungen auf und treibt mit seiner krampfhaften Mischung aus Hochdeutsch und Schwäbisch jedem Gesprächspartner die Tränen in die Augen, wobei der Grat zwischen Humor und Wut oft fließend ist.

Weil aber zum Dritten, die Bremer ein sehr toleranter Menschenschlag sind, wird uns dieses gut gemeinte Sprachkauderwelsch im Allgemeinen verziehen und man ist uns freundschaftlich gesinnt.

Die Bremer und die Schwaben haben noch mehr gemeinsam, wir sind alle große Erfinder. Gut, nicht alle, aber ein paar helle Köpfe gibt es dann schon unter uns. So steht zum Beispiel die Wiege des Automobils mitten im schönen Neckartal und weil wir gerne teilen, hat die kleine Firma mit dem Stern auch eine Aussenstelle in der Hansestadt gegründet. Was wir aber auch nach Jahrhunderten nicht geschafft haben, nämlich die platzsparende Tierhaltung, das haben die Bremer mit Leichtigkeit vollbracht und dieser revolutionären Neuerung am Rathaus ein Denkmal gesetzt. Dort kann jeder Besucher die Massentierhaltung Dank Stapelung mit eigenen Augen bewundern. Weshalb das allerdings ‘Bremer Stadtmusikanten’ heißt, das konnten wir nicht in Erfahrung bringen?

Wie ihr seht, es hätte also keines weiteren Grundes bedurft, um uns zu einer Reise nach Bremen zu motivieren. Aber ein einmaliges musikalisches Großereignis lies einen Bremenbesuch zum Pflichttermin werden.

Die Dosenfischer luden ein, der Vorstellung ihrer ersten CD beizuwohnen. Unterstützt durch dir tolle Mannschaft der Dosenmatrosen, wurde an außergewöhnlichem Ort, nämlich auf dem Betonschiff MS Treue, ein Konzert gegeben. Ein Konzert der Dosenfischer.

Der Termin des Konzerts stand schon monatelang fest und so war die Planung schon lange weitgehend abgeschlossen. Nur die Frage, wie wir denn nach Bremen kommen, die wurde erst Tage vor der Reise geklärt. Da mein Smart für dieses Vorhaben ausnahmsweise etwas zu klein geraten ist, habe ich versucht einen fahrbaren Untersatz von meinem Arbeitgeber zu bekommen. Nun, dieser Versuch war von Erfolg gekrönt und so konnten wir mit einem Kreuzfahrtschiff auf vier Rädern über die Autobahnen gen Bremen schweben. Wie bei Kreuzfahrten üblich, wurden die Passagiere mit jedwedem Luxus verwöhnt. Das leise Schnurren zufriedener Passagiere aus den Liegestühlen der 1. Klasse ließ mich als Kapitän ganz entspannt das Steuer bedienen.

Natürlich kam auf unserer Reise das Freizeitangebot nicht zu kurz und so machten wir in einigen Häfen fest um ein paar Dosen zu loggen. Da aber Ruhrgebiet und Sauerland wenig Ähnlichkeiten mit Haiti oder Bora-Bora aufwiesen, wurden die Aufenthalte eher kurz gehalten.

Völlig entspannt und mit etlichen Dosenfunden belohnt, wurde in Bremen kurz nach 18 Uhr festgemacht und die Passagiere auf ihre Landunterkünfte verteilt. Im weiteren Laufe des Abends sollte der Luxuskreuzer den Liegeplatz nicht mehr verlassen. Schließlich sollte der Abend im Kreise gleichgesinnter, bei Speis und Trank ausklingen und betrunkene Kapitäne gibt es wahrlich genug.

So wurde es in einer bayrischen Enklave, mitten in Bremen, mit Freunden, leckerem Essen und süffigem Weißbier ein wirklich schöner Abend. Es wurde viel gelacht und geredet. Weil noch nicht müde, wurde anschliessend eine kleine Runde durch die Bremer Innenstadt gedreht und das eine oder andere Dösle geloggt, bevor sich die Gruppe in alle Himmelsrichtungen aufmachte um sich in der jeweiligen Unterkunft zur Ruhe zu begeben.

Der Samstagmorgen fing dann mit einem wunderbaren Frühstück im Piano an, so dass wir anschliessend gut gestärkt weiteren Caches in Bremen zu Leibe rücken konnten. Highlights, wie der erste Bremer Cache und die Letterbox am Bahnhof durften da natürlich nicht fehlen. So verging die Zeit wie im Fluge und der Abend mit dem Dosenfischer-Konzert rückte näher und näher.

Nach kurzem Frischmachen in den Hotels trafen wir uns am Bahnhof, um gemeinsam zur MS Treue zu schlendern. Dort angekommen warteten schon einige Cacher auf Einlass, aber es sollte noch geraume Zeit daueren, bis wir endlich auf das Schiff durften. Trotz Deppendetektor am Steg ging es vorbei an der Einlasskontolle hinunter in den Bauch des Schiffes. Schon irgendwie verrückt, so ein Schiff aus Beton, andererseits auch durchaus passend zu unserem durchgeknallten Hobby. :D

Für mich ist ein Besuch im Norden immer auch ein Besuch bei Freunden. Im Laufe der Jahre habe ich hier oben so viele nette Menschen kennengelernt, die wiederzusehen jedes Mal eine echte Freude ist. Egal ob aus Bremen, Hamburg, Buxtehude, Lüneburg, Nordfriesland, Berlin oder Schwerin… man kennt und schätzt sich. Und in Bremen traf man auch noch bekannte Gesichter aus Ulm, Köln und aus, ach was sag ich denn, aus dem ganzen Bundesgebiet. Einfach Klasse!

Mit etwas Verspätung startete dann auch das Konzert und wir durften alten und neuen Geocachingsongs lauschen und jeder von uns erkannte sich in der einen oder andern Zeile wieder, sicher auch ein Grund dafür, warum die Lieder den Nerv der Community treffen. Neben den Liedern der Dosenfischer sorgte das Publikum mit einigen Überraschungen für weitere Highlights. So hatte eine Gruppe Fanschals mitgebracht, die zum Titel “Wir nennen es Dosenfischen…” über den Köpfen geschwenkt wurden und die später auch die Hälse der Protagonisten schmückte. Das Geschenke von LouisCifer immer etwas besonderes sind, wissen wir nicht zuletzt seit der 2. Nordseetaufe und so hat er sich auch für die Dosenfischer etwas einfallen lassen. Er überreichte ihnen eine goldene Schallplatte. Herrlich! Auch wir, die Schlemmercacher, Die_4_Schwoba, casi_82, Thomas&Dani und ich, hatten uns eine Überraschung für die Dosenfischer ausgedacht. Bei meinem kürzlichen Besuch im Zwischen-den-Küchen-Studio hatte ich frecherweise das hochgeheime CD Cover abgelichtet und damit hatten wir eine Bild-Torte in Auftrag gegeben, die wir nach dem Konzert zur sichtlichen Freude an aba und sandmann überreichen konnten. So schloss sich der Kreis, der seinen Anfang mit Thom*’s Chormitschnitt in Stuttgart nahm und dessen Verwendung bei “Ich such Dosen” auf der CD endete.

Freunde, ihr seid großartig!

Zusammen mit Taschenlampenpapst JoFrie, seiner Frau, dem Sheep-Team und Sabine und Jochen ließ ich die Nacht mit einem späten Mahl in einer nahegelegene Tapas-Bar ausklingen. Rundum zufrieden fiel ich weit nach Mitternacht in mein Hotelbett und in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Morgen sammelte ich dann auch das zwischenzeitig anderweitig beschäftigte buzele wieder ein und zu viert fuhren wir wieder zum Frühstücken. Diesmal allerdings nicht im Piano, das war nämlich gerammelt voll, sondern direkt gegenüber ins Renoir. Eine sehr gute Wahl, wie sich schnell herausstellen sollte. Nach einem mehr als reichlichen Frühstück ging es dann direkt zum ‘Fisher in the slaughterhouse’-Event, wo sich die gesammelten Konzertbesucher und noch etliche Cacher mehr trafen um das Wochenende abzurunden. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, da wir frühzeitig auf unsere Heimfahrt aufbrechen mussten. Mit einem kleinen schlechten Gewissen, aber vielen unvergesslichen Eindrücken traten wir dann die Rückreise an.

Bis Göttingen wurde es noch mal sehr kurzweilig, da uns Ztein eine Geocoin in die Hand gedrückt hatte, die monale, die Coinqueen, vergessen hatte. Also versuchten wir den lange vor uns gestarteten Ulmer Bus einzuholen. Trotz ein paar spontan eingestreuter Dosenfunde entlang der Autobahn, gelang es uns am Rastplatz Göttingen die Ulmer zu stellen und machten so noch jemand ziemlich glücklich. Mit Lolli im Mund brausten wir vom Parkplatz.

Die restliche Heimreise verlief ruhig und mit den Klängen der Dosenfischer-CD fuhren wir in die hereinbrechende Dunkelheit.

So kehrten vier sehr zufriedene Schwaben von einer musikalisch einzigartigen Luxus-Kreuzfahrt in die Heimat zurück und freuen sich schon auf ein nächstes Geocaching-Abenteuer. :-)

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Kommentare

12 Kommentare zu “Vier Schwaben auf musikalischer Kreuzfahrt”

  1. Gravatar of NDR NDR am 22.11.2010 um 20:39 Uhr 

    hach ;-)

  2. Gravatar of beef_productions beef_productions am 22.11.2010 um 20:45 Uhr 

    hach, das hast du so schön geschrieben. ich bin immer noch voll im bremen-fieber und freue mich über jeden bericht, den ich darüber lese oder höre – und dann kommt wieder das überragende gefühl von besagtem wochenende rauf – gänsehaut-feeling.

    danke.

    beef_productions

  3. Gravatar of Louis Cifer Louis Cifer am 22.11.2010 um 20:49 Uhr 

    SCHÖN, einfach nur schön…

  4. Gravatar of buzeles buzeles am 22.11.2010 um 21:42 Uhr 

    schnurr, schnurr sagt ein zufriedener Passagier aus einem der Liegestühle der 1. Klasse :mrgreen:

    Mal gespannt, was uns sonst noch so einfällt…

  5. Gravatar of lillsche lillsche am 22.11.2010 um 21:49 Uhr 

    puh! und ich dachte schon, du hättest das bloggen gesteckt…

  6. Gravatar of „Wir nennen es Dosenfischen“ oder „Ein Grammy für die Dosenfischer“ » Geocaching-Paderborn.de „Wir nennen es Dosenfischen“ oder „Ein Grammy für die Dosenfischer“ » Geocaching-Paderborn.de am 22.11.2010 um 21:49 Uhr 

    [...] Vier Schwaben auf musikalischer Kreuzfahrt…Besserverstecker: Wir nennen es …D-Buddy: Film 1: Konzert, Film 2: EventDie [...]

  7. Gravatar of Oliver-HB Oliver-HB am 22.11.2010 um 21:51 Uhr 

    Sehr schön geschrieben…
    Ich freu mich schon jetzt wie ein Schnitzel in der Panade aufs [GEO]vester in Ulm.
    Und da wir Urlaub haben, werden Zarah77 und meine Wenigkeit dort mal vorbei schauen (auch wenn wir die Sprache nicht sprechen)
    Bis spätestens zum 31.12. im Ländle.

  8. Gravatar of Stefan Stefan am 22.11.2010 um 21:58 Uhr 

    @lillsche
    Nee, ich hab wohl eher das Stecken gestoppt… ;-)

    @Oliver-HB
    Muss dich enttäuschen, bin dieses Mal nicht beim [GEO]vester, sondern anderweitig verplant… :|

  9. Gravatar of Thomas&Dani Thomas&Dani am 23.11.2010 um 00:37 Uhr 

    Einfach KLASSE. :razz:

  10. Gravatar of Thorwine Thorwine am 23.11.2010 um 10:02 Uhr 

    Wieder einmal sehr schoen geschrieben. Danke fuer den Reisebericht!

    Ich freu mich schon auf meine Dosenfischer-CD, die ich auf dem kommenden Filstal Stammtisch in Empfang nehmen darf :razz:

  11. Gravatar of [martin]‘s blog [martin]'s blog am 24.02.2011 um 15:08 Uhr 

    Wir nennen es Dosenfischen…

    Nun ist es schon einige Monate her, doch vielen ist sie noch lebhaft in Erinnerung, die CD-Releas-Party der Dosenfischer in Bremen. DFDA – Danke für den Abend, DFDF – Danke für die Freude Weitere Bilder gibt es in der Gallerie. Andere Bogeinträ…

  12. Gravatar of Kai, 2. K von TKKR Kai, 2. K von TKKR am 08.07.2011 um 09:39 Uhr 

    Im Internetnachklapp zum Ulmer Event bin ich über diesen Bericht gestolpert der schöne Erinnerungen hervorrief. Es ist schon erstaunlich wie viel Emotionen abseits von gefundenen oder auch nicht gefundenen Dosen in diesem Hobby stecken.

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